BECKENBODENTHERAPIE

Ein gesunder Beckenboden – eine stabile Basis

Der Beckenboden liegt mit seinen drei Muskelschichten und von Bindegewebe durchzogen im unteren Bereich unseres knöchernen Beckens und schließt den Rumpf nach unten ab. Er bildet die Form einer Schale, wie zwei ineinander gelegte Hände, in unserem Becken und unterstützt und trägt die Beckenorgane. Wie ein Gurt verbindet der Beckenboden unsere knöchernen und muskulären Anteile in unserem Körper miteinander. Gemeinsam mit der umliegenden Bauch- und Rückenmuskulatur funktioniert er stabilisierend und unterstützt unsere aufrechte Körperhaltung.

Der Beckenboden schafft als stabile Basis Voraussetzungen für die Beweglichkeit der darüber bzw. darunterliegenden Körperregionen. Seine Aufgaben liegen im Öffnen, Schließen und Stützen unseres unteren Körpers.

Der Beckenboden gehört zu einem der Querverläufe unseres Körpers, die Diaphragmen genannt werden. Er steht u.a. mit dem Zwerchfell in Verbindung und kann durch die Atmung geführt werden. Für den sicheren Verschluss von Blase und Darm, aber auch für deren Entleerung spielt der Beckenboden die entscheidende Rolle.

Bei schwangeren Frauen funktioniert der Beckenboden tragend und haltend bis hin zur Geburt, wo er durch sein Öffnen den Weg für das neue Leben frei gibt.

Ob Frau oder Mann, obgleich Unterschiede in der Beschaffenheit des Beckenbodens festzustellen sind, unterstützt der Beckenboden eine erfüllte Sexualität und gehört zum Zentrum unseres Körpers.

Haben Sie vertrauen, sprechen Sie uns offen an. Keine Tabus, alles menschlich.
Wir sind für Sie da.

Michaela Hähnichen und Team

Störungen des Beckenbodens und damit Ihrer stabilen Basis?

Unterschiedlichste Ursachen können den Beckenboden in seiner Funktion beeinträchtigen und dazu beitragen, dass seine Aktivität und Kraft nachlässt bzw. nicht mehr so entspannen kann, wie es nötig ist. Solche Ursachen können ausgelöst werden durch eine Schwangerschaft und/oder Geburt. Auch eine andauernde starke körperliche Belastung, durch vielfältige Ursachen, kann zu einer Schwäche des Beckenbodens und weiter zu Störungen der Verschlussfunktion, der Schließmuskeln von Blase und Darm entstehen lassen. Nicht selten spielen auch psychosomatische Ursachen Ihren Beitrag in die Funktionsbeeinträchtigung mit ein.

Eine mögliche Folge ist oft ein unwillkürlicher Abgang von Harn oder Stuhl. Anzeichen: Tritt ein solcher Harn- oder Stuhlabgang z.B. beim Husten, Niesen oder gar Lachen auf, spricht man von einer Belastungsinkontinenz oder Stressinkontinenz. (Harn- / Stuhlinkontinenz)

Verliert der Beckenboden an seiner Haltefunktion, können die Organe des Beckens, wie Blase, Vagina oder untere Anteile des Darmes ihre ursprüngliche Lage im Körper verändern. Man spricht dann von einer Organsenkung.

Beckenboden? Ein Tabu für viele von uns!

Wann zuletzt haben Sie an Ihren Beckenboden gedacht? Ahnen Sie wie mir die meisten Patienten auf diese Frage antworten?

Franziska Liesner beschreibt in ihrem Buch „Mein Beckenbodenbuch“, das der Beckenboden für viele von uns ein „weißer Fleck auf der Landkarte“, „ein unbeschriebenes Blatt“ ist. Klar ist, solange es uns gut geht und sich alles in Ordnung mit unserem Körper anfühlt nehmen womöglich die Wenigsten Augenmerk auf ihren Beckenboden.

Doch egal aus welchen Gründen kann unser Beckenboden an seiner Funktion mangeln. Symptome, die Sie sehr ernst nehmen sollten, sind oft mit geringsten Anzeichen, die sich dann schneller häufen verbunden. Anzeichen können dabei sein: Wenn Ihnen beim Lachen, Husten oder Niesen ungewollt Harn, Winde oder gar Stuhl abgehen. Beschwerden können auch subtil sein, wie tiefe Kreuzschmerzen oder Druck im Unterbauch, das Gefühl „Durchzuhängen“. Weiter, wenn unsere Sexualität Beschwerden aufruft – sollten wir wach werden.

Das Interessante dabei: Oft werden solche Zusammenhänge mit dem Beckenboden lange nicht in Erwägung gezogen. Die Symptombehandlung geht dann oft den ersten Weg. Wichtig, das betrifft nicht nur Frauen und Männer im reiferen Alter.

Die wenigsten aber sprechen über diese Probleme und „tragen“ sie jahrelang mit sich herum. Laut einer Studie der „Women´s Health Coalition (WHC)“ ist jede fünfte Frau in Deutschland über 25 von einer Harninkontinenz betroffen und das unabhängig von einer gehabten Schwangerschaft und Geburt. Nur 50 % der Frauen hat über die Probleme mit ihrem Arzt gesprochen. Eine weitere Studie besagt, dass auch Frauen, die nicht geboren haben von einer Beckenbodenschwäche unverschont bleiben. Diese wurde in den USA mit 149 Nonnen im durchschnittlichen Alter von 68 Jahren durchgeführt. Die Hälfte derer war von einer Harninkontinenz betroffen und das schon lange, wie die Probanden berichten.

Ich möchte Sie gerne ermutigen!

Sorgen Sie für sich und die, die Ihnen Wert sind. Trauen Sie sich und sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt oder gerne auch direkt mit uns. Noch etwas dazu: Täglich trainieren Menschen in Fitnessstudios ihre Muskeln. Doch die Muskelregion des Beckenbodens, aus der wir wirklich Kraft schöpfen, schenken wir kaum Beachtung.

Machen Sie einfach Ihren ersten Schritt! Gewinnen Sie wieder Lebensqualität,

  • wenn ihre Basis stimmt und stabiler wird, kann sich Ihre aufrechte Haltung verbessern.
  • wenn das Team aus Bauch-, Rücken- und Beckenbodenmuskeln wieder zusammenspielt, könnten Ihre Rückenschmerzen verschwinden.
  • wenn die im Volksmund genannte Blasenschwäche oder eine Reizblase nicht so bleiben muss.
  • wenn durch Anregung der Durchblutung die Empfindsamkeit zu verbessern ist, die Balance zwischen Entspannung und Aktivität zu erfüllteren Sexualität führt.
  • wenn Ihre verbesserte Wahrnehmung des Beckenbodens das Bewusstsein für Ihren Körper im Alltag, im Beruf, Ihrer Freizeit auch im Leistungssport verbessert.
Frau sucht Physiotherapie schaut aus dem Fenster.

Beckenbodentherapie bei:

  • Inkontinenz
  • Drangproblematik (Harn- und/ oder Stuhldrang)
  • Schmerzen im Becken
  • Vorbereitung von Operationen und anschließende Nachbetreuung

Speziell bei Frauen

  • Senkung der Beckenorgane
  • Verletzungen des Beckenbodens und/ oder des Schließmuskels
    (z.B. durch Geburt wie Dammriss)
  • Symphysenlockerung
  • Begleitung vor und nach der Geburt
  • Störungen der Sexualität (z.B. Vaginismus,…)
  • gehäufte Infekte der Harnwege

Speziell bei Männern

  • Beschwerden der Prostata
  • Störungen der Sexualität (z.B. Erektionsstörungen,…)

Beckenbodentherapie für Kinder bei:

  • Inkontinenz (Enuresis/ Enkopresis)
  • Drangproblematik (Harn- und/ oder Stuhldrang)
  • Schmerzen des Beckens
  • Vorbereitung von Operationen und anschließende Nachbetreuung
  • Nächtliches Einnässen
  • Beschwerden der Blase und des Darmes
  • Ausscheidungsstörungen

Was sind jetzt die folgenden Schritte?

Sie sprechen Ihren Arzt oder uns direkt an. Es folgt eine ausführliche Anamnese und Befunderhebung. Diese dienen der weiteren Entwicklung Ihres mit Ihnen abgestimmten Therapiezieles. Wir erarbeiten Ihre individuelle Behandlungsstrategie für Ihre effektive und nachhaltige Therapie.

Inhalte der Beckenbodentherapie sind:

  • Erklärung der Anatomie und der Körperfunktionen
  • Schulung der Körperwahrnehmung
  • Optimierung der Atmung
  • Regulation der Muskelspannung am Beckenboden
  • Verbesserung von Koordination, Kraft und Entspannungsfähigkeit
  • Schulung der Haltung
  • Verhaltensoptimierung und Integration in Ihren Alltag
  • Beratung zu Hilfsmitteln, zur Ernährung, zu Sport- und Freizeitaktivitäten bezüglich Ihres Beckenbodens
  • Elektrostimulation und Biofeedback

 

Speziell für die Kinder

Innerhalb der Therapie werden Anatomie und die Körperfunktionen zur Ausscheidung und zum Speichern von Harn/ Stuhl in kindgerechter Sprache und Materialien (z.B. Bildtafeln, Beckenmodell aus Schaumstoff u.a.) veranschaulicht und bewusst gemacht. Die Schulung der Körperwahrnehmung nimmt einen weiteren wichtigen Teil der Therapie ein. Hier lernen die Kinder auf spielerische Art  den Beckenboden mit seiner Funktionsweise kennen. Trink- und Entleerungsverhalten sowie die Gestaltung der Toilette werden erklärt und zu Gunsten der Entleerungsfunktion verändert. Individuelle Übungen zur Optimierung der Atmung, zur Haltungsverbesserung und zur Regulation der Muskelspannung aber auch zur Förderung der Bewegungsfreude und zur Stärkung des Selbstwertgefühls bilden die Inhalte der Therapie. Natürlich werden die Eltern zu allen Themen umfassend beraten.

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